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Geschichte

Von damals bis heute.

Ein „städtischer Wochenmarkt“ in Innsbruck ist seit 1460 urkundlich erwähnt und anfangs an jedem Montag am so genannten „Gemeinen Platz“, der Straßenkreuzung vor dem „Goldenen Dachl“, und ab 1587 am „Rennplatz“ vor der Hofburg abgehalten.

1679 wurde der Wochenmarkt auf den Innrain verlegt, laut einer neuen Marktordnung aus dem Jahr 1791 an Dienstagen und Samstagen abgehalten, und auf das Gebiet des Innrains und Ursulinengrabens, des sich daraus entwickelnden Marktgrabens, festgelegt.

Ab 1880 durfte dieser Wochenmarkt täglich abgehalten werden und wurde für Gemüse und Obst auf den vordersten Teil des Innrains festgelegt, wo schließlich die heutige „Alte Markthalle“ entstand.

Die Markthalle Innsbruck besteht aus zwei Gebäuden, der älteren Westhalle (Alte Markthalle), mit der Adresse Herzog-Siegmund-Ufer 3, und der neueren Osthalle (Neue Markthalle) mit der Adresse Herzog-Siegmund-Ufer 1. Die “Alte Markthalle” (Westhalle) wurde in den Jahren 1913/1914 nach Plänen des Innsbrucker Stadtplaners Fritz Konzert durch die Firma Pittl und Brausewetter als rechteckige, Nord-Süd-ausgerichtete Halle am rechten Innufer zu Beginn des Innrains errichtet.

Das Gebäude stellt einen eindrucksvollen Jugendstilbau dar, eine dreischiffige Halle mit überhöhtem Mittelschiff, das mit einem eher flachen Satteldach gedeckt ist. Die im Norden liegende Eingangsseite gliedert sich im unteren Bereich in fünf symmetrisch verteilte, auf Nagelfluh-Pfeilern aufliegende Korbbogenarkaden, von denen jedoch nur mehr die beiden linken Bögen geöffnet sind. Die drei mittleren Arkaden – ursprünglich Laderampen – sind gekuppelt, die beiden äußeren – ursprünglich Eingänge – abgesetzt.

In den dazwischen liegenden Wandflächen befindet sich je ein Okulusfenster mit einem darüber sitzenden Relief. Links Fische und Hahn, rechts eine Fruchtschale mit Korn- und Gemüseranken (wahrscheinlich von Andreas Hinterholzer).

Um 1950 konnten Katharina und Erna Fuchs aus Hötting dort zum ersten Mal in ihrem Leben die Bananen bestaunen, sogar erwerben – und dann verspeisen!

Am 3. Oktober 1960, wurde die „neue“ Markthalle eröffnet. Die von Architekt Willi Stigler geplante Stahlbetonhalle stellt eine Erweiterung der bereits bestehenden Großmarkthalle dar. Vor ihren großen Fensterflächen sind markante Beton-Lamellen angebracht, die als Sonnenschutz dienen und der „neuen“ Markthalle ihre Charakteristikum verleihen. Dieses Gebäude ist der Epoche „Neuen Sachlichkeit“ zuzuordnen und ist ein typisches Beispiel eines Industriebauwerkes aus dieser Zeit.

Im Westen ist sie mit der Großmarkthalle verbunden, in der nun auch die bisher im Freien hart und ungesund arbeitenden (bäuerlichen) Marktfrauen ihren Platz fanden (Bauernmarkt). Dem Handel hingegen wurde die „neue“ Markthalle (Kojengeschäfte und Fixstände) zugewiesen.

© Stadtarchiv/Stadtmuseum Markt im Spätherbst: Kürbisse in leuchtendem Orange. Am Feuer im Eisenkessel wärmen sich Menschen im Nebel. Nur mehr wenige gelbe Blätter warten auf den Bäumen. Den Hintergrund bildet die Silhouette der Johannes von Nepomuk-Kirche am Innrain. Als dieses Gemälde 1960 entstand, waren die Tage des Innsbrucker Obst-, Gemüse- und Blumenmarktes an diesem Standort bereits gezählt. – Franz Schwetz (Salzburg 1910–1969 Innsbruck), Markt vor der Johannes von Nepomuk-Kirche am Innrain, 1960